Im Mittelpunkt steht das Verkleiden mit bunten Trachten und das Veranstalten von Umzügen. Die Stimmung ist ausgelassen. Es werden Geschenke ausgetauscht und große Mengen (vor allem süßer) Festspeisen – wie beispielsweise mit Mohn, Nüssen oder Schokolade gefüllte Hamantaschen oder Nunt – der Jüdischen Küche verzehrt. Ebenso ist es üblich, gekochte Bohnen und Erbsen zu essen. Jede ethnische Gruppe, jede Gemeinde hat mit besonderen Gerichten und besonderer Unterhaltung ihre eigenen Traditionen entwickelt.

Es gibt viele Begründungen, warum zu Purim Masken und Kostüme getragen werden. Manches Detail ist sicher auf die gegenseitige Beeinflussung mit dem christlichen Karneval, der ungefähr zur selben Jahreszeit stattfindet, zurückzuführen. Eine stärker innerjüdische Begründung basiert auf der Tatsache, dass das Buch Ester eins der Bücher der Bibel ist, in dem der Ausdruck Gott kein einziges Mal direkt sondern nur in Zusammensetzung von Wörtern genannt wird. Die jüdische Tradition interpretiert diese Eigenart dahingehend, dass selbst Gott sich zu Purim verkleide. Dennoch ist in den ausführlichen Details der Erzählung die unverwechselbare Präsenz der göttlichen Vorsehung spürbar. Auf die gleiche Weise soll das Konzept der Maske die Art und Weise ausdrücken, in der Gott die Geschehnisse von Purim lenke. Er habe sie, obwohl nicht sichtbar, zweifellos gelenkt. Früher verkleideten sich Juden als Ester, Haman usw. Aus der fröhlichen Stimmung des Feiertages heraus wurden dann aber auch andere Kostüme getragen.